So fühlt sich Liebe wirklich an….

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Benurs – Flickr

Viele glauben, wenn man sich liebt, dann muss das gemeinsame Leben immer aufregend und wunderschön sein. Die Gefühle müssen auf Lebzeit genau so Achterbahn fahren, wie am Anfang, und das Hochgefühl des Glücks, der verliebte Gesichtausdruck und das Herzklopfen dürfen niemals enden….dies funktioniert auch wunderbar in einem Hollywood-Drehbuch, aber leider nicht im wahren Leben. Auf Tumblr schrieb dazu die Userin Helloelloh diesen wunderbaren Kommentar zu einem Posting:

„Ich lebe seit fünf Jahren in einer Beziehung. Und ich sehe viele Posts darüber, dass Menschen glauben, in einer Beziehung ginge es darum, auf ewig Schmetterlinge im Bauch zu haben. Dass dein Herz schneller schlägt, wenn dein Partner den Raum betritt. Die ganze Nacht zu kuscheln, mit verschlungenen Beinen zu schlafen, so glücklich zu sein, dass man zusammen lebt und jede Nacht gemeinsam in einem Doppelbett schläft.

Aber so ist es nicht wirklich. Zumindest nicht bei mir.

Die Schmetterlinge verschwinden, wenn ihr zusammenlebt. Dein Herz schlägt nicht mehr schneller, wenn ihr einander seht. Stattdessen entschleunigt alles. Wenn du mit ihm in einem Raum bist, fühlst du dich ruhig und sicher. Wenn ihr miteinander kuschelt, fühlst du, wie dein Herz langsamer schlägt und wie sein Atem dich beruhigt und du dich wohl fühlst. Es fühlt sich nicht mehr wie eine Achterbahn an, es fühlt sich wie Zuhause an.

Ihr schlaft nicht jede Nacht eng umschlungen, mit so verflochtenen Beinen, dass ihr selbst nicht wisst, wo deine aufhören und seine anfangen.

Stattdessen schlaft ihr gemütlich, Seite an Seite, manchmal voneinander abgewandt. Aber jede Nacht ertappst du dich dabei, wie du rückwärts robbst, bis du gegen deinen Partner stößt. Du kuschelst dich an seinen Arm oder streichelst über sein Haar, wenn er einschläft. In manchen Nächten greift mein Freund im Schlaf um mich herum und zieht mich zu sich heran. Wie ein Kind es mit seinem Teddy macht. Als sei ich seine Geborgenheit.

In den kurzen Stunden morgens, bevor die Sonne aufgeht, wenn die ganze Welt blau ist und du durch winzige Augen blickst, schmiegst du dich an seine Brust und atmest seinen Duft ein, bevor du wieder einschläfst.

Küsse sind nicht mehr nur romantisch und feurig. Aber es gibt jetzt so viel mehr von ihnen. Es gibt kalte Küsse, wenn ihr im Sommer Eis esst, klebrige Küsse über Frühstückspfannkuchen. Es gibt „Ich gehe jetzt“-Küsse und „einen Kuss noch, bevor du gehst“-Küsse. Es gibt verschlafene Morgenküsse vor der Arbeit, wenn du den Wecker vergisst, aber den Druck seiner Lippen auf deinen spürst und davon in den Tag gebracht wirst.

Es gibt Küsse vor dem Schlafen und „Du bist so süß zu mir“-Küsse. Es gibt Küsse, weil du lieb zu Tieren bist und „Ich bin so froh, dass ich mit dir und niemand anderem zusammen bin“-Küsse. Es gibt schnelle Küsse im Supermarktgang, wenn es laut ist und ihr einfach voneinander angezogen werdet. Wenn dein persönlicher Raum und sein persönlicher Raum euer gemeinsamer Raum wird und du dich an seine Brust lehnst, damit ihr weniger Platz braucht.

Ihr schreibt einander nicht ständig Liebesschwüre wie früher mal, denn das ist nun selbstverständlich und ihr macht stattdessen schrullige Insider-Witze über das Leben, das ihr zusammen aufgebaut habt. Ihr werft euch in der Öffentlichkeit Blicke des Entsetzen und der Belustigung zu. Es ist eure kleine Welt gegen die große andere da draußen.

Beziehungen sind nicht immer wie im Märchen. Sie sind nicht immer Feuerwerk und Funkenregen – zumindest nach einer Weile.

Aber sie sind ein ruhiger Rhythmus und ein Summen der Liebe und Fürsorge. Sie sind kein Feuer in deiner Seele, aber eines in deinem Ofen, das dich warm hält und dir Geborgenheit bietet, während du schläfrig einnickst.

Und ich liebe das.“

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