Ich liebe dich und bitte dich, liebe auch du dich selbst

stack-739016_640Kathi spielte an den großen Holzstößen am Abhang. Es war eine Unternehmung auf eigene Faust und das Spiel am Winterholz gegen den Willen der Eltern. Das Dorf, in dem sie lebte, war abseits der großen Städte, und die Bewohner pflegten eine eigene Denkweise, die von vielen nicht nachvollzogen werden konnte. Alle im Dorf waren glücklich, und die besten Handwerker und die tüchtigsten Frauen stammten gerade aus diesem Dorf.

Kathi turnte auf den Stämmen, dabei musste sich eine Sperre gelockert haben, und alle Stämme fingen an zu rollen. Im letzten Augenblick konnte sie noch zur Seite springen und stand nun da und musste zuschauen, wie der ganze Holzvorrat für den Winter den Hang hinunter polterte und unten in den reißenden Strom fiel, ein Stamm nach dem anderen. Es wurde ihr sofort klar, dass die kurze Zeit bis zum Winter nie reichen würde, um wieder ausreichend Holz für alle zu schlagen. Diesen Winter müssten sie alle frieren, vielleicht sogar erfrieren.

Kathi lief weg und versteckte sich. Sie wollte nie mehr nach Hause gehen. Sie machte sich die größten Vorwürfe, dass sie trotz des Verbotes dort spielte. Selbst hätte sie auch schon so gescheit sein müssen …
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Die Steinsuppe

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Einmal zog ein Vagabund mit seinem Plunder in ein Dörfchen. Er klopfte am nächstgelegenen Haus.“Es gibt in der ganzen Gegend nichts mehr zu essen“, teilte man ihm mit , bevor er überhaupt den Mund aufmachen konnte. „Oh, ich habe alles, was ich brauche“, winkte er ab, „Ich will eine Steinsuppe kochen und bräuchte nur einen Topf. Ihr seid alle eingeladen!“

Zögernd gab man ihm einen Topf. Er füllte ihn mit Wasser und machte ein Feuer darunter. Dann holte er einen braunen Stein aus seiner Tasche und legte ihn ins Wasser.

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Die Blume in der Wueste

hummingbird-295026_640Eine kleine Blume stand in der Wüste. Sie war schon fast vertrocknet und wartete sehnsüchtig auf Regen. Jedes Mal, wenn Wolken aufzogen, hoffte sie. Doch jedes Mal zogen die Geier auf und die Wolken verschwanden.

Eines Tages kam ein kleiner Kolibri zu der kleinen Blume und fragte sie, warum sie so traurig sei. „Ich werde sterben, wenn ich nicht bald Wasser bekomme..!“, antwortete diese mühsam. Daraufhin flog der kleine Vogel davon.

Er frage den Stier, ob er ihm helfen könnte. Doch dieser war der Meinung, dass nur wer stark ist zählt. Verständnislos flog der Kolibri davon.

Als nächstes fragte er den Bernhardiner. Doch für diesen zählte nur die Faulheit. Er wollte ihm auch nicht weiterhelfen.

Enttäuscht flog der Kleine wieder zu der Blume. Er berichtete ihr von der erfolglosen Suche. Wie sollte er, der kleinste Vogel der Welt, der armen Blume helfen? Da kam ihm eine Idee…

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